Hypnose
Hypnose versetzt Menschen durch den Einsatz von Worten, Klängen oder Bewegungen in einen Trance-Zustand.
Ihre Ursprünge finden sich in schamanistischen Ritualen der Altsteinzeit (ca. 40.000 v. Chr.) und in Aufzeichnungen aus dem alten Ägypten (ca. 3.000 v. Chr.).
Im therapeutischen Kontext wendet man die Technik seit dem 19. Jahrhundert unter dem Begriff „Hypnose“ an – ihre Wirkungsweise ist mittlerweile wissenschaftlich belegt.
Hypnose ermöglicht es, während der Trance tiefgreifende Veränderungen im Unterbewusstsein anzustoßen, die mit herkömmlichen Gesprächstechniken oft schwer zugänglich sind.
Üblicherweise leitet man die Trance mithilfe gezielt eingesetzter Sprache, Atemübungen oder visueller Fixierung ein.
Dabei gibt der Hypnotiseur monotone, beruhigende Anweisungen, die das Gehirn in einen Zustand tiefer Entspannung versetzen.
Die Gehirnaktivität verändert sich messbar: Alpha- und Thetawellen nehmen zu, ähnlich wie beim Einschlafen oder tiefer Meditation.
In diesem Zustand fokussiert sich die Aufmerksamkeit stark, während die kritische Kontrolle des Verstandes vorübergehend abnimmt.
Der Mensch ist wach, aber tief entspannt und besonders empfänglich für Suggestionen.
Trance ist allerdings kein Schlaf und keine Bewusstlosigkeit.
Hypnotisierte Menschen handeln nicht gegen ihren Willen – sie bleiben stets in der Lage, die Trance zu beenden.
Show- oder Bühnenhypnose hat mit therapeutischer Anwendung nichts zu tun; Menschen, die auf einer Bühne in eine Trance versetzt werden, wurden
in der Regel vorher dafür explizit ausgesucht und vorbereitet.
Wirkungsweise
Studien mit bildgebenden Verfahren (fMRT) zeigen, dass unter Hypnose bestimmte Hirnareale ihre Aktivität verändern.
Der präfrontale Kortex – zuständig für rationales Denken und Selbstkontrolle – wird weniger aktiv.
Gleichzeitig wird das limbische System – zuständig für Emotionen und unbewusste Prozesse – zugänglicher und die Default Mode Network-Aktivität,
das innere Selbstgespräch, nimmt ab. Dadurch können Suggestionen tiefere Schichten des Geistes erreichen, ohne durch den „inneren Kritiker“ gefiltert zu werden.
Suggestionen wirken, da die sogenannte Spiegelneuronen – bestimmte Nervenzellen in unserem Gehirn – sowohl bei der eigenen Handlung als auch beim bloßen Beobachten
oder Vorstellen dieser Handlung feuern. Das bedeutet: Eine vorgestellte Bewegung aktiviert dieselben motorischen Areale wie die tatsächliche Bewegung.
Wenn Sie sich z.B. vorstellen, eine schwere Last abzulegen, wird ihr Gehirn die gleiche Entspannungsreaktion zeigen, wie bei einem realen Erlebnis.
Unter Hypnose wird dieser Effekt noch verstärkt, was zu einer nachhaltigen Veränderung der eigenen Wahrnehmung führen kann.
Suggestibilität bezeichnet also die Bereitschaft des Geistes, Ideen, Bilder oder Überzeugungen unkritisch anzunehmen und in Erleben oder Verhalten umzusetzen.
Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche kognitive Fähigkeit, die jeder Mensch in unterschiedlichem Maß besitzt.
Anwendungsgebiete
In der Medizin und Psychotherapie wird Hypnose erfolgreich eingesetzt bei:
- Schmerzbehandlung
- Angststörungen und Phobien
- Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion
- Traumaverarbeitung
- Schlafstörungen
Blockadenlösung
Viele psychische und körperliche Beschwerden haben ihre Wurzeln in unbewussten Blockaden.
Traumatische Erlebnisse, negative Glaubenssätze oder festgefahrene Verhaltensmuster können diese Blockaden erzeugen.
Hypnose kann diese hinderlichen Blockaden sanft auflösen.
Durch harmonie-fördernde Imaginationsübungen in Kombination mit individuell zusammengestellten Suggestionen lassen sich Ängste, Selbstzweifel oder Stressmuster bearbeiten, die den Alltag einschränken.
An ihrer Stelle verankert der Therapeut / die Therapeutin neue, stärkende Überzeugungen – so wird persönliche Entwicklung und Wachstum erlebbar.
Entspannungshypnose
Neben der Blockadenlösung ist die Förderung von Entspannung ein zentraler Einsatzbereich der Hypnose, weil sie eine effektive Möglichkeit bietet,
in einen Zustand tiefer Ruhe einzutauchen.
Während der Trance verlangsamen sich Atmung und Herzschlag, die Muskulatur entspannt sich, und das Nervensystem kommt zur Ruhe.
Diese tiefe Entspannung wirkt regenerativ und kann helfen, Schlafstörungen, Verspannungen oder psychosomatische Beschwerden zu lindern.
Regelmäßige Hypnosesitzungen stärken die Fähigkeit, auch im Alltag gelassener und ausgeglichener zu bleiben.
Ablauf
In meiner Praxis können Hypnose-Sitzungen in einen laufenden Prozess eingeflochten werden, um identifizierte Blockaden zu lösen oder Entspannung zu fördern. Sie können Hypnose-Sitzungen aber auch als Einzel-Leistung buchen; Voraussetzung dafür ist ein Vorgespräch mit einer detaillierten Anamnese.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin über das Kontaktformular.