Systemische Paartherapie

Am Anfang der meisten Beziehungen, steht häufig dieses unvergleichliche Kribbeln; Schmetterlinge im Bauch und alles ist einfach wundervoll. Wir sind verliebt und wie im Rausch. Einen neuen Partner kennenzulernen ist aufregend und beruhigend zugleich, denn solange alles neu und unbekannt ist,
sind wir bereit unserem Gegenüber seine/ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wir investieren in die Beziehung, denn wir wollen, dass sie lange hält. In dieser Phase sind wir besonders aufmerksam und erkennen mit Leichtigkeit, was der andere gerade braucht. Gleichzeitig finden wir am Anderen gerade das interessant, was uns selbst fremd ist; wir haben das Gefühl, uns durch unseren Partner zu vervollständigen.

Leider hält diese Phase nicht auf Dauer an. Normalität, Alltag und Routine stellen sich ein und unsere Bereitschaft, aktiv an der Beziehung zu arbeiten geht unmerklich zurück. Anstatt in Gedanken immer nur beim Partner zu sein, treten unsere eigenen Bedürfnisse wieder stärker in den Vordergrund und wir realisieren, dass der/die Andere sich scheinbar weniger Mühe gibt. Das, was uns am Gegenüber zunächst angezogen hat, geht uns jetzt auf die Nerven. Plötzlich fühlt es sich nicht mehr wie eine Ergänzung an, sondern wie eine „Macke“. Es kommt zu Reibungen und Streitigkeiten.

Viele Paare ignorieren diese Konflikte und hoffen, dass sie sich schon wieder zusammenraufen werden. Man findet Erklärungen, z.B. äußere Umstände, die es einem gerade schwer machen. Und wenn dann noch Kinder ins Spiel kommen, zieht sich die Beziehungsfalle immer weiter zu. Denn auf einmal nimmt man eine zusätzliche Rolle (Versorger/Betreuer) ein und die Prägungen der eigenen Herkunftsfamilie brechen sich Bahn. Die wenigsten Paare haben eine echte Vorstellung davon, wie sie als Eltern zusammenarbeiten und sich gegenseitig für ihre Leistungen wertschätzen wollen. Vieles übernehmen wir unbewusst von dem, was unsere Eltern uns vorgelebt haben und/oder was von der Gesellschaft erwartet wird. Aber wenn wir mit uns selbst im Unreinen sind, wird sich dies auf unsere Beziehung auswirken und kann zu weiteren Konflikten führen.

Aber auch Paare ohne Kinder leben nach einiger Zeit oftmals nur noch nebeneinander her und trauen sich nicht, dieses Gefühl anzusprechen. Es ist einfacher, so weiterzumachen wie bisher, denn irgendwie liebt man den anderen ja noch und oftmals streitet man sich doch nur über „Kleinigkeiten“.
Insbesondere Frauen neigen dazu, das Wohl der Beziehung über ihr eigenes zu stellen und versuchen, sich anzupassen oder die Probleme alleine zu lösen.


Die Arbeit in Einzeltherapie kann durchaus nützlich sein und bringt in der Regel viele hilfreiche Erkenntnisse zutage. Wer sich selbst gut kennt, kann auch in seiner Beziehung eine klare Position beziehen. Das heißt aber nicht, dass eine(r) alleine die Verantwortung für das Gelingen der Beziehung übernehmen kann oder sollte. Um als Paar glücklich zu sein, braucht es beide Partner.

Stellen Sie sich Ihre Beziehung wie ein Wohnzimmer vor und fragen Sie sich: Warum zieht dieser Raum Sie nicht mehr an? Warum ist es dort nicht mehr gemütlich?
In der Paartherapie können Sie Ihren Beziehungsraum entstauben und erhalten die Chance, ihn gemeinsam neu einzurichten. Was wollen Sie behalten? Was wollen Sie ändern? Die gemeinsamen Sitzungen können Ihnen dabei helfen, Ihren Partner/Ihre Partnerin wieder neu kennenzulernen. Menschen verändern sich im Laufe der Zeit und es ist unbedingt notwendig, dass wir dies aufdecken und anerkennen.

Folgende Übungen und Methoden können Sie dabei unterstützen:

Anders als im Fernsehen dargestellt ist eine Paartherapie allerdings keine leichte Übung, die nach wenigen Stunden bereits abgeschlossen ist.
Bitte vergewissern Sie sich vorab, dass Sie und Ihr Partner / Ihre Partnerin die emotionale und finanzielle Bereitschaft für diesen Prozess mitbringen.

Wenn Sie nach einer Paartherapie weitere Einzelstunden vereinbaren wollen, ist das jederzeit möglich. Die Veränderung, die Sie als Individuum erreichen, wirkt sich automatisch auch auf Ihre Beziehung aus. Siehe dazu: „Innere Kind“ Arbeit.  Aus Gründen der Allparteilichkeit biete ich jedoch keine Paartherapie für Klienten an, die vorher bereits Einzelstunden genommen haben.

Wenn Sie bereits Einzelstunden bei mir nehmen und Ihr Partner / Ihre Partnerin Sie aus besonderem Anlass begleiten möchte, sprechen Sie mich gerne vorher darauf an, damit wir diese Stunde entsprechend vorbereiten können.

*) Das Konzept der GFK in 3 Minuten erklärt: YouTube

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